Hausstauballergie: Ursachen und Auslöser
Tierhaare, Schimmelpilze und Co. – Hausstaub enthält jede Menge Bestandteile, die Allergien hervorrufen können. Doch als Hauptverursacher der Hausstauballergie gelten mikroskopisch kleine Milben, die sich gerne in Matratzen, Teppichen und Polstermöbeln breit machen.
Hausstaubmilbenallergie – wie entsteht sie?
Die genauen Ursachen für die Entstehung von Allergien sind bisher noch nicht vollständig erforscht. Man geht davon aus, dass eine erbliche Veranlagung und bestimmte Umweltfaktoren (z. B. Tabakrauch, Luftschadstoffe, übertriebene Hygiene) eine zentrale Rolle spielen.
Doch was ist eine Allergie überhaupt?
- Als Allergie wird eine Überempfindlichkeitsreaktion des Immunsystems auf eigentlich harmlose Substanzen – zum Beispiel Hausstaub, Pollen oder Lebensmittel – bezeichnet.
- Ein wichtiges Kennzeichen: Beim ersten Kontakt stuft das Immunsystem die jeweilige Substanz zunächst nur als „Feind“ ein, ohne dass sich Allergiesymptome entwickeln. Dieser Prozess verläuft unbemerkt und wird daher auch als „stumme“ Sensibilisierungsphase bezeichnet.
- Bei einem wiederholten Kontakt „erinnert“ sich das Immunsystem dann an das als feindlich eingestufte Allergen und setzt die Abwehrmechanismen in Gang: Es kommt zu einer allergischen Entzündungsreaktion mit ihren typischen Symptomen. Im Falle der Hausstaubmilbenallergie sind dies zum Beispiel Schnupfen, Niesreiz und Augenjucken bzw. Augentränen.
Allergieauslöser Hausstaubmilbe
Hausstaub ist ein Gemisch aus unterschiedlichen Komponenten. Neben Tierhaaren können weitere Allergene wie etwa Schimmelpilze enthalten sein. Als häufigster Auslöser der Hausstauballergie gelten allerdings die winzigen Hausstaubmilben, die sich in Matratzen, Kissen und Staubfängern tummeln. Vor allem der Milbenkot hat ein besonders hohes allergenes Potenzial. In den meisten Fällen weisen die Betroffenen also eine Allergie gegen Hausstaubmilben auf.
Gut zu wissen: Ein Gramm Hausstaub ist von Hunderten oder gar Tausenden Milben bevölkert. Nach Angaben des Helmholtz-Zentrum München sondert eine Hausstaubmilbe täglich etwa 20 Kotkügelchen ab. In einem Gramm Hausstaub sind mehr als 250.000 Kotkügelchen enthalten.
Ausgerechnet in unseren Schlafzimmern fühlen sich die Hausstaubmilben besonders wohl. Kein Wunder, denn dort finden sie ideale Lebensbedingungen vor: Denn während wir schlafen, entsteht durch unsere Körperwärme in Kombination mit dem Verdunstungswasser, das wir über Atmung und Schweiß abgeben, ein feucht-warmes Milieu, das die Milben benötigen. Zudem verlieren wir jede Nacht unzählige Hautschüppchen, von denen sich die Spinnentiere ernähren.Hausstaubmilben…
- …leben in jeder Wohnung.
- …sind mit bloßem Auge nicht sichtbar.
- …ernähren sich von Hautschüppchen.
- …bevorzugen ein feucht-warmes Milieu.
- …halten sich vor allem im Bett auf, machen sich jedoch auch in Teppichen, Polstermöbeln oder Vorhängen breit.
- …zählen nicht zu den Blutsaugern und übertragen keine Krankheiten.
Tipps bei Hausstaubmilbenallergie
Häufige Fragen rund um die Hausstauballergie
In der frühen Krankheitsphase ähneln die allergischen Symptome jenen eines Heuschnupfens oder einer Erkältung. Fließschnupfen, Niesreiz und tränende Augen zählen zu den klassischen Beschwerden. Im Gegensatz zu einer Erkältung jucken Nase und Augen häufig. Und anders als bei Heuschnupfen treten die Symptome einer Hausstauballergie ganzjährig auf und sind morgens, abends und nachts besonders stark ausgeprägt. Viele Betroffene klagen infolge der Allergie auch über Kopfschmerzen, Schlafstörungen und Müdigkeit. Wenn die Allergie länger besteht, ist die Nase oft dauerhaft verstopft. Mehr erfahren
Ein wichtiger Grundpfeiler der Behandlung ist die Reduktion der Milbenbelastung in den eigenen vier Wänden. Da man die kleinen Mitbewohner trotz aller Anstrengungen nicht vollständig los wird, ist es immer wieder notwendig, akute allergische Symptome mit Medikamenten zu behandeln. Das ist auch wichtig, um die Entzündung in den Atemwegen zu lindern – denn die kann auf Dauer Schäden anrichten. Mehr erfahren
Der Lieblingsplatz der allergieauslösenden Milben ist unser Bett – speziell in der Matratze tummeln sich die ungebetenen Gäste in hoher Dichte. Der Schlafplatz ist daher ein wichtiger Angriffspunkt für die Anti-Milben-Maßnahmen: Wöchentliches heißes Waschen der Bettwäsche kann die Milbenzahl verringern. Um den Kontakt mit den Milbenallergenen so gut wie möglich zu vermeiden, sollte die Matratze und das Bettzeug mit speziellen Schutzbezügen (Encasings) ausgestattet werden – sie halten die allergieauslösenden Bestandteile im Inneren. Mehr erfahren
Grundsätzlich können Allergien in jedem Alter auftreten – und wieder verschwinden. Da bei älteren Menschen das Immunsystem schwächer wird, beobachtet man oft eine Besserung von Allergien. Doch auch der umgekehrte Fall, nämlich dass eine Allergie erst im Alter auftritt, ist keine Seltenheit.